Recap – Online Marketing Rockstars 2015 in Hamburg

„Ready for take off“ – Mit diesen Worten fiel am 27. Februar der Startschuss zur fünften Online Marketing Rockstars Konferenz. Auch dieses Jahr haben sich die Co-Founder Christian Byza, Christian Müller, Tobias Schlottke und Philipp Westermeyer wieder das Stage Theater im Hafen als besonderen Veranstaltungsort für ihr Event ausgesucht. Ein Boot-Shuttle brachte die (laut der Veranstalterwebsite) knapp 2.500 Gäste einmal quer über die Elbe und zur Konferenz.

 

elbmarketing war auch in diesem Jahr wieder mit von der Partie und war vollauf begeistert! Die Konferenz konnte auch dieses Mal mit imposanten Speakern glänzen und ist daher unserer Meinung immer wieder einen Besuch wert.

Nach der offiziellen Eröffnung durch Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz ging es direkt mit den Präsentationen los. Je nach Herkunft des Speakers wurde auf Deutsch oder Englisch vorgetragen.

Für alle, die nicht an der Konferenz teilnehmen konnten, gab es einen unterhaltsamen Live-Ticker auf 11freunde.de.

Im Folgenden wollen wir Ihnen Auszüge aus den, unserer Meinung nach, drei spannendsten Auftritten vorstellen.

Gary Vaynerchuck (VaynerMedia): Being a content marketing animal

Er ist einer der führenden Strategen im Bereich Content-Management und gründete 2009, zusammen mit seinem Bruder, die Agentur VaynerMedia. Vaynerchuck war der erste Speaker des Tages und spätestens nach einer Minute hatte er mit seiner Bühnenpräsenz und seiner Emotionalität alle Zuhörer in seinen Bann gezogen.

Die Hauptaussage seines Vortrags: „Marketers ruin everything“.

Seine Argumente: Etablierte Marktmechanismen werden vom Marketing direkt ausgebeutet und überstrapaziert. Als Beispiel hierfür nannte er die abnehmenden Öffnungsraten von E-Mail Newslettern und die sogenannte Bannerblindheit. Weiterhin betonte er, es ginge lediglich um Arbitrage und erwähnte hier die CPC-Mechanismen von Google AdWords.

Für Vaynerchuck liegt die Zukunft nicht in den Zahlen, sondern in Emotionen und Aufmerksamkeit. Er setzt auf Social Media Marketing und sieht künftig vor allem Instagram und Snapchat vorne: „Not the sale counts, photos, emotions and info consuming on social platforms is important“. Er unterscheidet zwischen einer Google und einer Facebook Welt, einer „world of alternatives“. AdWords alleine wird, seiner Meinung nach, künftig nicht mehr ausreichend sein, um die Menschen im Kopf und im Herzen zu berühren. Das kombinierte Verkaufen von Ware durch Emotionen sei „scaling the unscalable“.

Abschließend betonte er wie wichtig 1:1 Marketing sei und legte den Zuhörern noch einmal ans Herz: „Attention is the only asset, do not only rely on maths!“

Thales Teixeira (Harvard Business School): A scientific approach to viral marketing

Im Gegensatz zu Gary Vaynerchuck’s Vortrag stand der des Harvard Professors Thales Teixeira – ruhig, sachlich und strukturiert. Er unterrichtet Business Administration und befasst sich mit Viralwerbung auf digitalen Plattformen und teilte seine wissenschaftlichen Ergebnisse mit den Zuhörern.

  1. Warum sollte man virale Werbung schalten?

Teixeira einfache Antwort hierauf: Um Geld zu sparen. Virale Werbung verbreitet sich schnell und meist ohne weiteres Zutun.

  1. Warum eine wissenschaftliche Auswertung?

Eine wissenschaftliche Auswertung ist laut Teixeira nötig, um die Beständigkeit des Sparens aufzuzeigen.

  1. Eine wissenschaftliche Analyse:

Wie bekommt man die Aufmerksamkeit der Zuschauer und wie behält man diese? Um sich dieser Frage wissenschaftlich zu nähern, sollten sich die Probanden der Studie in einem Labor einige virale Werbespots anschauen.

Um eine Antwort auf seine Frage zu finden, nutzte er das Eye-Tracking Verfahren. Damit wird ersichtlich, was das Auge des Betrachters als wichtig und spannend empfindet. Hierbei fiel Teixeira auf, dass viele Zuschauer das Interesse bei zu häufigem Zeigen des Brands verlieren, da sie sich „gezwungen fühlen“ zu kaufen. Als Lösungsansatz schlug der Professor hier brand pulsing vor (der Brand wird zwar oft gezeigt, dafür aber sehr subtil).

Die Aufmerksamkeit der Zuschauer behält man durch einen sogenannten „emotional rollercoaster“. Teixeira fand durch das Einsetzen von Face-Tracking heraus, dass die Beobachter gerne ein auf und ab erleben möchten, sprich, sie möchten lachen, sich wieder beruhigen, dann wieder lachen usw..

Nachdem der Professor sich mit diesen Fragen beschäftigte, hinterfragte er das Teilen der Viralwerbung. Denn das Teilen ist der eigentliche Sinn der viralen Werbung. Hier unterschied er in zwei Kategorien: Dem engen Teilen (das Publikum teilt das Video nur mit den engsten Freunden) und dem weiten Teilen (beispielweise auf Facebook oder Twitter). Der beste Weg, um ein Teilen auszulösen ist ein humorvolles Video. 90% der User, die ein virales Video teilten, taten dies aufgrund des Humors des Clips.

Zum dritten Teil seiner Präsentation, dem Überzeugen der User, kam Teixeira aus Zeitgründen leider nicht. Abschließend betonte er jedoch: „Viral ads are rather for saving money constantly than shooting for the stars“.

Evan Sharp (Pinterest): Inside Pinterest

Den letzten Vortrag, den wir Ihnen näher bringen möchten, ist das Interview mit dem Pinterest Gründer und Head of Creative Evan Sharp.

„Pinterest is not a social network.“

Das ist die wohl spannendste Aussage von Sharp. Er bezeichnet Pinterest als sein „passion project“ und sagte es wäre ein Tool, um Ideen für das Leben eines jeden Einzelnen zu speichern und sich individuell zu verwirklichen. Für Sharp ist Pinterest mehr eine Suchmaschine, die durch Nutzer-Empfehlungen hilft, Zeit zu sparen.

Derzeit wird bei Pinterest noch nicht von Userzahlen gesprochen. Man ist sich aber bewusst, dass es ca. 30 Milliarden Pins gibt. Wichtig ist momentan das Expandieren in neue Ländern und deren Kulturen (Tokio, Berlin, Paris, São Paulo).

Seit Juli des vergangen Jahres gibt es die sogenannten „promotive pins“, allerdings nur in den USA. Diese zeigen dem User für ihn eventuell relevante Pins an. Seit Mitte Februar gibt es eine weitere Neuerung: Eine Kooperation mit Apple und deren App-Store. Die „rich pins“ zeigen aufgrund der gesuchten App, relevante Pins an.

In Deutschland habe die Entwicklung von Pinterest gerade erst begonnen, ließ Sharp mit einem Lächeln zum Abschluss des Interviews wissen…

Im Laufe des Tages gab es noch viele weitere spannende Speaker, wie beispielsweise Benjamin Bak, einer der sieben Gründer der App Lovoo, der in einer exklusiven Preview die neuste Version seiner App präsentierte („The Lovoolution“ V 3.0), Liz Eswein, die ihr eigenes Unternehmen gründete und den derzeit größten Instagram Account führt („newyorkcity“) oder auch Holger Hübner, Mitgründer des Wacken Open Airs.

Musikalisch aufgemischt wurde die Konferenz durch Auftritte von Das Bo und Deichkind.

Wir freuen uns schon jetzt auf die nächsten Online Marketing Rockstars und sind gespannt, was die Founder Gigantisches aus dem Hut zaubern werden!

 

Kommentare geschlossen