SEA Jahresrückblick 2017

Ein spannendes Jahr in der Suchmaschinenwerbung (SEA) neigt sich langsam dem Ende zu. Auch 2017 gab es wieder zahlreiche Neuerungen, die unsere tägliche Arbeit verändert haben. Wir blicken mit Ihnen auf die wichtigsten Entwicklungen des vergangenen Jahres zurück und geben einen Ausblick auf das Jahr 2018.

AdWords in einem neuen Gewand

Seit diesem Jahr hat Google zunächst als BETA eine neue AdWords-Benutzeroberfläche gestartet, die mittlerweile für alle Konten verfügbar ist. Google verspricht durch die neue Oberfläche eine schnellere und effizientere Arbeitsweise (20% schnellere Ladezeiten). Viele AdWords Nutzer bevorzugen weiterhin die alt bekannte Oberfläche, allerdings sind einige neue Funktionen dort nicht verfügbar. Dazu gehören unter anderem die Smart Display Kampagnen und die Shopping-Showcase-Anzeigen. Auch wenn Google aktuell noch keine Einstellung der alten Oberfläche plant, ist ein Umstieg auf die neue Oberfläche im nächsten Jahr für alle AdWords-Nutzer unausweichlich.

Tagesbudgets werden noch flexibler

Bisher konnte das eingestellte Tagesbudget um bis zu 20% überschritten werden. Auf den Monat gesehen wird dabei das maximal eingestellte Tagesbudget mit 30,4 multipliziert. Diese Grenze von 20% wird jetzt auf 100% angehoben. Gerade bei sehr unregelmäßig gesuchten Suchbegriffen hilft diese Umstellung dabei möglichst viele Suchanfragen abzudecken. Die Umstellung kann aber auch zu einer sehr unregelmäßigen Verteilung führen. Deshalb ist gerade in Kampagnen mit eingeschränkten Budgets darauf zu achten, dass am Ende des Monats noch genügend Traffic generiert wird. Auch bei der Überwachung der Gesamtkosten müssen die flexibleren Tagesbudgets beachtet werden.

Google Shopping

Im Juni diesen Jahres wurde Google zu einer Rekordstrafe von 2,42 Milliarden Euro verurteilt. Der Vorwurf ist die Ausnutzung der eigenen Marktmacht. Der Nutzer wurde bei seinen Suchanfragen verstärkt auf die Preisvergleichsplattform Google Shopping geleitet und die Wettbewerber so erheblich benachteiligt.

Das Urteil hat auch Auswirkungen auf die tägliche Arbeit mit Google Shopping. Betreiber von Vergleichsportalen können jetzt ihre Angebote ebenfalls bei Google Shopping anzeigen lassen. Da diese Möglichkeit noch nicht lange besteht, sind nach wie vor die meisten Shopping-Anzeigen von Google. In Zukunft wird sich Konkurrenzsituation also weiter verschärfen. Um die eigenen Shopping-Kampagnen zu optimieren, baut Google seine Analysemöglichkeiten weiter aus. So wird nun in der neuen AdWords-Oberfläche der Anteil der Anzeigen in einer Top-Positionen ausgewiesen.

Google Showcase AdsShowcase Anzeigen

Viele Nutzer von Google suchen Produkte direkt über Google Shopping. Für viele Kunden, die einen Online-Shop betreiben, ist Google Shopping schon jetzt eine entscheidende Einnahmequelle. Bisher zielte Google Shopping vor allem auf Nutzer, die sehr spezifisch ein bestimmtes Produkt suchen. Durch das neue Format der Showcase Anzeigen ist es jetzt möglich, mehrere ähnliche Produkte gemeinsam anzuzeigen. Showcase Anzeigen werden immer dann ausgespielt, wenn der Nutzer sehr generische Suchbegriffe wie z.B. „Rucksäcke“ eingibt. Die Anzeigen werden nicht pro Klick bezahlt, sondern pro Interaktion (CPE – Cost-per-Engagement). Als Interaktion gelten das Maximieren der Anzeigen und das Ansehen von mindestens 10 Sekunden oder das vorherige Anklicken eines der Produkte oder der URL in der Anzeige. Die Showcase Anzeigen eignen sich optimal, um den eigenen Shop sowie die Produkte allgemein vorzustellen. So können gezielt Nutzer angesprochen werden, die in ihrem Entscheidungsprozess noch am Anfang stehen. Dies kann z.B. durch eine Darstellung der Top-Produkte erreicht werden.

Smart Display Kampagnen

Eine der womöglich wichtigsten Neuerungen im gab es dieses Jahr im Bereich Display. In der neuen AdWords Benutzeroberfläche gibt es nun die Möglichkeit sogenannte Smart Display Kampagnen zu erstellen. Für das Format benötigt man Schlagzeilen, Beschreibungstexte, Logos sowie einige Bilder. Google erstellt aus dem vorhandenen Asset-Material automatisiert Display-Anzeigen, die durch „maschinelles Lernen“ optimal auf den User zugeschnitten werden sollen. Dabei wird kein CPC-Gebot verwendet, sondern mit einem Ziel-CPA Gebot gearbeitet. Google verspricht nach einer Lernphase von ca. 4 Wochen eine bessere Performance, als bei den bisherigen Display-Kampagnen.

Bing Ads

Nachdem im letzten Jahr mit „Bing Shopping“ und der Einführung der „Expanded Text Ads“ zwei große Änderungen zu verzeichnen waren gibt es dieses Jahr weniger Neuerungen. Dazu gehört die Möglichkeit, wie aus AdWords schon bekannt, jetzt ebenfalls Countdown-Anzeigen schalten zu können. Eine gute Möglichkeit, die wir im Weihnachtsgeschäft nutzen konnten, um die Kunden gezielt zum Kauf zu motivieren.

Eine weitere Funktion, die auch schon AdWords existiert, ist die Nutzung von Labels. Auch bei Bing Ads ist es jetzt möglich auf Kampagnen-, Anzeigengruppen-, oder Keywordebene Labels zu erstellen. Labels helfen, Gruppen von Keywords mit einem Klick pausieren oder aktivieren zu können, wie z.B. bei einem sehr saisonalen Produktportfolio.

Ausblick 2018

Zwei der großen Buzzwords im vergangen Jahr waren die Begriffe „Machine Learning“ und „Voice Search“. In Bezug auf Automatisierung geben Funktionen wie intelligente Gebotsstrategien und dynamisch erstellte Anzeigen einen Vorgeschmack darauf, in welche Richtung sich Google entwickeln wird. Eine weitere wichtige Entwicklung ist, dass keine (Kauf)- Entscheidung ohne den Wachstumstreiber Mobile getroffen wird. Zusammen mit dem Thema Attribution und der effizienten Aussteuerung der Kampagnen während der Touchpoints der Customer Journey wird dies zur Schlüsselkompetenz 2018.

Analog zu der gestiegenen Bedeutung von Mobile wird auch immer wieder der Begriff „Voice Search“ genannt. Digitale Assistenten und Spracheingaben über Smartphone nicht nur über Mobile, sondern auch durch digitale Assistenten werden immer mehr Suchanfragen gesprochen und nicht mehr eingegeben. Interessant ist daher, Anfragen per Spracheingabe oder Texteingabe in Berichten voneinander unterscheiden zu können. Wir hoffen daher auf spannende neue Funktionen in Adwords, um auch diesen Trend mitnehmen zu können.

Foto (Handy): https://support.google.com/adwords/answer/7325107?hl=de

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