Ende Mai fand an der ISS International Business School of Service Management Hamburg ein Bildungsmittwoch mit zwei spannenden Vorträgen statt. Gestartet wurde mit einem Get-together, um kurz anzukommen, sich über den Ablauf zu informieren und erste interessante Kontakte zu knüpfen. Als erstes startete Markus Rümenapf von MarketingWerk mit seinem Vortrag über Kundenerwartungsmanagement und Social Media im B2B Bereich. Die Strategie sollte sich im B2B grundlegend von der für den B2C Bereich differenzieren, da sich das Profil und die Ansprüche der Leser bzw. Interessenten in einer Vielzahl an Punkten unterscheiden. Im B2B ist auf die Qualität der Beiträge zu achten, um langfristig erfolgreiches Social Media betreiben zu können. Der Kaufprozess ist hier wesentlich zeitintensiver, da die Produkte im B2B Bereich für gewöhnlich sehr hochpreisig sind und eine Neuanschaffung bzw. die Zusammenarbeit mit einem neuen Dienstleister/Anbieter oftmals wohl überlegt ist. Als Beiträge sind z.B. Statements von Themenexperten möglich, Blogbeiträge, Experten-Videos oder kostenfreie umfangreiche Informationen & Whitepaper. Zudem sollte man mindestens einmal pro Woche etwas posten und die Social Media Accounts professionell pflegen, d.h. nicht nebenbei von z.B. Praktikanten machen lassen. Man sollte, wie auch in anderen Unternehmens-Bereichen, eine Strategie entwickeln und nach dieser handeln. Als Tipps wurden die Deutschen Social Media Guidelines und das Tool ‚Hootsuite‘ (www.hootsuite.com) für die Übersicht über die Social Media Accounts genannt. Außerdem ist bei internationalen Unternehmen ein Account bei LinkedIn mittlerweile Pflicht und auch an Google geht die Social Media Entwicklung nicht spurlos vorbei, denn auch hier werden für das Ranking soziale Faktoren immer wichtiger. Nach einer kurzen Pause startete Dr. Claudio Felten von buw mit seiner Präsentation zum Thema Customer Experience Management in der Praxis. Kernthema waren Kundenzufriedenheit/-bindung und Möglichkeiten, die Kundenwünsche zu erkennen und mit diesen zu arbeiten. Hervorgehoben wurde die Kennzahl NPS (Net Promotion Score), anhand der man die Kundenorientierung eines Unternehmens steuern kann. Berechnet wir der NPS anhand Promotoren und Detraktoren (NPS = Promotoren(%) − Detraktoren(%). Den Kunden wird die Frage: „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie Unternehmen/Marke X einem Freund oder Kollegen weiterempfehlen werden?“ gestellt – auf einer Skala von 01 bis 10 wird geantwortet. Promotoren sind diejenigen, die mit 09 oder 10 geantwortet haben, Dektraktoren 00 bis 06. Kunden, die 07 oder 08 angeben, bezeichnet man als ‚Indifferente‘. Der NPS liegt zwischen minus und plus 100. Ein Unternehmen kann langfristig nur fortbestehen, wenn die Kunden so zufrieden sind, dass sie zum einen dem Unternehmen treu bleiben und zum anderen ihre positiven Erfahrungen weiterverbreiten. Optimal wäre daher einer extra Abteilung im Unternehmen, die Kundenaussagen (sowohl Kritik, als auch Lob) sammelt und in die anderen Abteilungen (Finanzen, Marketing, Vertrieb) schnellstmöglich weiterleitet, damit diese dann reagieren und auf die Anliegen eingehen können. Im Anschluss wurden uns Snacks und Getränke gereicht, so dass wir den Abend gut versorgt beim Networking ausklingen lassen konnten. Alles in allem eine gelungene Veranstaltung, um sich über aktuelle Themen im Social Media zu informieren und ein paar spannenden Vorträgen lauschen zu können.
Recap zum SEAcamp in Jena
Dieses Jahr fand am 24.4.2013 das erste Mal das SEAcamp in Jena statt. Das Gesamtkonzept war stimmig und aktuelle SEA-Themen wurden heiß diskutiert – alles in allem eine gelungene Veranstaltung, die wir mit aller Wahrscheinlichkeit auch das nächste Mal besuchen werden. Die Wahl Zu Beginn des Events wurden alle potentiellen Vorträge und die SEA-Experten dahinter vorgestellt, um anschließend abzustimmen, welche Themen in den darauf folgenden Stunden präsentiert und diskutiert werden sollten. Insgesamt gab es dann 22 Sessions anzuhören, von welchen jeweils 3 parallel stattfanden und maximal 45 Minuten dauern sollten. Die Sessions Bei den Vorträgen hatte man die Qual der Wahl, da viele spannende Topics wie Enhanced Campaigns, SEO/SEA, BID Management Tools und viele andere zur Auswahl standen. Leider war anhand des Titels manchmal nicht ersichtlich, ob die Session sich an Anfänger oder Fortgeschrittene richtete oder was der tatsächliche Inhalt war – aber es war auf jeden Fall etwas für jeden dabei. Hervorzuheben ist der Vortrag bzw. die Diskussion von Gerhard Jahns von Finnwaa GmbH bzgl. BID Management Tools. Hier wurden Meinungen ausgetauscht zu den Möglichkeiten der Tools, deren Grenzen und die Wichtigkeit des menschlichen Denkens beim Setzen von CPCs. Die Session, die mit der Frage ‚BID Management Tools – Ja oder Nein?‘ startete, endete mit einem klaren ‚Jein‘, da ein BID Management bei größeren Accounts durchaus hilfreich ist, weil hier sehr viele Keywords zu handhaben sind. Bei kleineren Accounts hat man noch die Möglichkeit, die Top-Conversionbringer manuell im Blick zu haben und kann so nach dem Bauchgefühl entscheiden. Außerdem überzeugend waren die Ausführungen zu erweiterten Kampagnen von Marc Hoeft von Marin Software, der hier neben dem Status Quo auch Tipps rund um die Umstellung, zukünftige Arbeitsprozesse und hilfreiche Best Practise Tipps präsentierte. Unter anderem gab es Empfehlungen zu den zeitlichen Einstellungen, den Anzeigenerweiterungen oder der getrennten CPC-Steuerung. Der Vortrag von Johannes Tarnow von Camato/Crealytics machte aufgrund der Session-Benennung sehr neugierig, da es um Wettbewerbsvorteile in umkämpften Märkten gehen sollte, mehr konkrete Ratschläge wären allerdings spannend gewesen. Auch Michael Schönherr von Blue Summit, der in einer Case Study die Marketingmaßnahmen von Erstings Family aufzeigte, präsentierte interessante Vorgehensweisen und Tipps, bei denen er noch mehr in die Tiefe hätte gehen können. Der Vortrag zur Internationalisierung von Kai de Wals von SUMAFA beinhaltete die Konditionen für internationale AdWords Accounts und Verfahrensweisen für das Aufsetzen dieser. Ein Topic, das zukünftig immer mehr von Interesse sein wird, wobei dieser Vortrag mehr Shopbetreibern zu empfehlen war als SEAs. Die letzte Session, die leider parallel zur Feedback-Runde stattfand, handelte von den Suchmaschinen Yandex bzw. Baidu, wie ein Kampagnenstart möglich ist und welche Steine einem in den Weg gelegt werden können. Ralf Seidel von Conversearch überzeugte in diesem Vortrag mit professionellem Know How und seiner Ehrlichkeit die Schwierigkeiten betreffend. Zudem gab er viele hilfreiche Tipps für einen Start mit Yandex und Baidu. Das Networking Neben den informativen Sessions galt es natürlich aktives Networking zu betreiben, denn wo trifft man sonst die verschiedensten SEA-Experten (Agenturen, Inhouse, Freelancer) an einem Ort. Das SEAcamp war eine Möglichkeit, schnell neue Kontakte zu knüpfen und angeregt über aktuelle Neuerungen wie PLAs oder Enhanced Campaigns zu diskutieren. Die Location Das Event fand im Steigenberger Esplanade Hotel in der Jenaer Innenstadt statt und bot Lounge, 3 Vortragsräume und ausreichend Platz für das reichliche Buffet, das uns sowohl morgens, als auch mittags, nachmittags und abends mit verschiedensten Köstlichkeiten versorgte. Das Fazit Wie bereits vorab erwähnt hat das SEAcamp mit seinem Gesamtkonzept überzeugt und man kann es jedem SEA (und auch Interessierten) nur empfehlen.
Was sind Product Listing Ads
Google Shopping Google-Shopping oder auch Produktsuche ist ein Produkt-Suchdienst mit einem Datenbestand, der sich aus den Online-Shops ergibt, die ihre Produktinformationen in das Google Merchant Center (Productfeed) hinterlegt haben. Auf diesem Weg konnten Produkte noch vor kurzem kostenlos angeboten werden & Google Shopping stellte einen günstigen Traffic-Kanal da. Das Ganze allerdings in einem überschaubaren Rahmen, da nur wenige Shopbetreiber diese Möglichkeit wahrgenommen haben. Product Listing Ads Im Februar 2013 wurde die ursprüngliche Google Produktsuche eingestellt und durch die kostenpflichtigen Product Listing Ads (PLAs) ersetzt. Hierbei handelt es sich um Search Ads, welche mit Google AdWords geschalten werden und zusätzliche Produktinformationen wie Bild oder Preis enthalten. Auf diesem Weg will Google aus Google Shopping ein attraktives Portal für Preis- und Produktvergleiche machen und hier nur noch die PLAs zeigen, die über PPC bzw. CPC abgerechnet werden. Wie auch für die normalen Anzeigen in der Google Suche gibt es auch ein Ranking für die PLAs. Dieses ergibt sich aus der Relevanz und des Gebotspreises. Durch dieses Vorgehen erhofft sich Google eine Qualitätsverbesserung von Google Shopping. Bearbeitung Durch Verknüpfung des Merchant Centers mit Google AdWords können kostenpflichtige PLAs ausgeliefert werden, wobei dieses dann unabhängig von den traditionellen Adwords Anzeigen erscheinen. Google greift hierbei auf die Produktdaten eines Online-Shops zurück, die im Merchant Center z.B. per XML Feed oder .txt Datei hinterlegt wurden. Die Auslieferung als PLA erfolgt dabei durch eine simple Verknüpfung zwischen Merchant Center und AdWords Konto. Vorausgesetzt der Online-Shop hat bereits ein Merchant Center, kann eine PLA-Kampagne schnell gestartet werden. 1. Schritt: Eintragung der AdWords Kundennummer im Merchant Center 2. Schritt: ‚Anzeigenerweiterung‘ à ‚Produkterweiterung‘: Auswahl Merchant Center 3. Schritt: ‚Automatische Ausrichtung‘ Produktziel anlegen (am einfachsten: alle Produkte) 4. Schritt: Steuerung der PLAs durch z.B. AdWords Groups oder AdWords Labels 5. Schritt: Anzeigentext (optional) 6. Schritt: CPC-Gebot festlegen Die PLAs stellen wenig Aufwand dar, da sie keine aufwändige Keyword-Recherche erfordern. Google orientiert sich für die Auslieferung an Informationen aus dem Merchant Center und entscheidet, welches Produkt am meisten Relevanz in Bezug auf eine Anfrage zeigt. Zudem können Product Listing Ads für alle Produkte ausgeliefert werden, die dort hinterlegt sind, wobei die Suchmaschine nur diejenigen Produkte zeigt, die tatsächlich gesucht und damit als relevant erachtet werden. PLAs können in der Google Suche neben den herkömmlichen AdWords Anzeigen geschaltet werden. Mit diesem Double Serving ist es möglich in den SERPs (Short for search engine results page) eine größere Werbefläche zu erlangen. Mit der Darstellung bzw. der Größe der Bilder wird noch experimentiert, allerdings werden die Bilder wohl größer und mit dem Vermerk ‚sponsored‘ gekennzeichnet. Die Suchanfrageberichte der PLAs können wiederrum hilfreich sein, um neue Keywords zu generieren und diese in AdWords einzubuchen. Bis jetzt waren PLAs für Online-Shops eine gute Ergänzung mit geringen Klickpreisen zu den normalen AdWords Anzeigen. Vor- und Nachteile Durch diesen Schritt können SEOs nicht mehr die Shopping Suche optimieren, SEAs (wie elbmarketing GbR) haben allerdings ein weiteres Tätigkeitsfeld dazu bekommen. Laut einer Umfrage von IntelliAd gaben 67% Prozent der Befragten (Online-Shops und Agenturen) an, dass sie Vorteile in der Änderung von Google Shopping sehen, da ihnen die kostenpflichtigen PLAs mehr Einfluss auf das Ranking bei Google Shopping ermöglichen. Zudem kann das Traffic-Volumen zukünftig besser gesteuert werden (53%). Kleine Shops werden in Zukunft besser in Nischen mitbieten können (53%) und Reportings (50%) bzw. die Transparenz bei der Buchung (27%) werden sich verbessern. Dennoch bedeuten die Änderungen höhere Kosten für Online-Shops. Eine Berechnung von Amazon zeigt, dass Werbetreibende in den USA 130 Millionen Dollar für PLAs ausgeben müssten, um weiterhin das gleiche Traffic-Volumen zu erzielen. Weltweit sollen es sogar 270 Millionen Dollar werden. Kleinere Shops werden sich nur noch in Nischen gegen die großen Anbieter durchsetzen können, da ihnen geringeres Budget zur Verfügung steht. Insgesamt bringt Google durch diesen Schritt Bewegung in den E-Commerce Markt und wird zukünftig vielleicht sogar den dort ansässigen Riesen E-Bay und Amazon Konkurrenz machen. Elbmarketing meint Dieser Schritt von Google birgt Vor- und Nachteile – Letzteres vor allem für kleinere Unternehmen mit niedrigen Margen. Vor der Einführung ist vor allem wichtig, sich mit den PLAs auseinanderzusetzen und zu testen, um auf die Änderung vorbereitet zu sein und sich so Wettbewerbsvorteile zu sichern. Quellen: Welche Vorteile sehen Sie in den kostenpflichtigen Product Listing Ads bei den Google Shopping-Suchergebnissen? http://de.statista.com/statistik/daten/studie/234927/umfrage/vorteile-kostenpflichtiger-product-listing-ads-bei-google-shopping/, Juni 2012 RIP Google Product Search (Froogle) – What it means for the Google and the e-commerce Industry , http://www.amazonstrategies.com/2012/05/rip-google-product-search-froogle-what-it-means-for-the-google-and-the-e-commerce-industry.html Google Shopping: Änderungen bei Product Listing Ads werden mehrheitlich positiv gesehen, http://www.intelliad.de/blog/umfrage-google-shopping-product-listing-ads.html